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  31. Oktober 2003 | Madrid 2003

cm - Bevor ihr anfangt den Artikel zu lesen, muss ich euch warnen, da er verhältnismäßig lang geworden ist. Der Grundgedanke unserer Reise nach Madrid lag nämlich nicht darin neue Rekorde und sportliche Bestleistungen zu werfen, sondern mehr in der Durchführung des 1. spanischen Turniers...

Donnerstag abend! Der erste Einblick in spanische Wurftaschen.

Manolo und Victor zeigten uns Ihre Bumerangs!


Nacho und Victor haben wir am letzten Abend bei der EM in Rom kennen gelernt und dort kam auch schon die Einladung nach Madrid um den beiden etwas zur Seite zu stehen.
Seit 2 Jahren gibt es nun die „Asociación Espanola de Boomerangs“ unter www.boomeralia.org in Spanien. Es wurde Zeit für das erste Turnier. Die beiden hatten sich viel vorgenommen. Man muss bedenken, dass sie selbst erst an 2 Turnieren teilgenommen haben (der WM in Kiel 2002 und der EM in Rom 2003) und die Organisation eines eigenen Turniers ohne viel Erfahrung ein großes Stück Arbeit ist.
Dieser Artikel geht nun ziemlich ins Detail und beschreibt viele Situationen bei der Umsetzung und Durchführung des Turniers, die bei uns in Deutschland schon fast zur Routine geworden sind. Ich denke, dass dieser Artikel von der Thematik her auch etwas Aktualität in sich birgt, da sich die Organisatoren der WM in Brasilien 2006 (oder jetzt aufeinmal auch Nord Irland) ungefähr in der gleichen Situation befinden wie Nacho und Victor. Der Artikel soll Brasilien 2006 aber nicht für unmöglich erklären, sonder nur aufzeigen was die eigene Erfahrung bei der Organisation eines Turniers ausmacht.
Also, nehmt euch bitte ein wenig Zeit bevor ihr hier weiter lest und verzeiht mir, falls es zu ausführlich geworden ist.

Donnerstag, 16.10.2003


Nachdem der Sicherheitsdienst des Flughafen Köln/Bonn allen Mitfliegern nach Madrid Horst Faika per Lautsprecher vorgestellt hat und Horst dann hinter den Kulissen noch schnell ein paar alte Wunderkerzen aus seinem Gepäck entfernte konnte es losgehen.
Nach 2 ½ Stunden Flug waren wir endlich in Madrid angekommen und stellten fest, dass sich die Wetterdienste nicht geirrt hatten. Es war zwar noch wärmer als bei uns, aber doch sehr stark bewölkt.
Im Domizil von Ignacio Arregui(Nacho) angekommen, konnten wir nach der Begrüßung schon feststellen, dass Nacho und Victor Munoz doch noch einiges zu tun hatten, sowohl beruflich als auch mit dem Turnier. Kurzerhand verfrachten die beiden uns in Nachos Stammkneipe „Biaritz Bar“ und verliehen uns eine Art VIP Status damit wir während unserer Wartezeit weder verhungern noch verdursten. Mit Tappas(u.a. eingelegte Schweineohren) und Mahoo Bier gewöhnten wir uns also langsam an Spanien

Foto2

Olé!
Am Abend wurden wir dann in die Pläne für die nächsten Tage eingeweiht und bekamen einen tieferen Einblick in einige spanische Wurftaschen.

Freitag, 17.10.2003


Nach einer langen Nacht machten wir uns auf in das Baseballstadion, in dem das Turnier stattfinden sollte, und mussten gleich mehreren spanischen TV-Sendern zeigen was man mit Bumerangs alles so machen kann.

Foto3


Kurz nach der Ankunft und der 1. Inspektion war Horst und mir klar, dass es nicht möglich ist das ganze Turnier dort stattfinden zu lassen.
Der Platz war sehr begrenzt und nur mit wenig Rasenfläche versehen. Die Sandfläche war durch mehrere Tage Regen so durchnässt, dass sie teilweise die Konsistenz eines norddeutschen Wattenmeers bei Ebbe aufwies. Aufgrund der Rutschgefahr war klar, dass die Sicherheit der Werfer hier etwas zu kurz kam.
Die Sicherheit der Zuschauer war dagegen einmalig gut, da die Tribünen komplett hinter Maschendraht waren.

Foto4


Nach einer kurzen Lagebesprechung machte sich Nacho spontan auf den Weg um einen anderen Platz mit mehr Rasen zu finden auf den auch ein ganzer Aussie-Round Kreis passt. Das Stadion für ein Bumerang-Turnier zu bekommen, war schon ein hartes Stück Arbeit für Nacho und Victor gewesen, da so was in Madrid immer hochoffiziell von der Stadt genehmigt werden muss.
Unabhängig davon, ob wir einen anderen Platz bekommen oder nicht, mussten wir am Samstag zwischen 10 und 14 Uhr für die Medien und zu erwartenden Zuschauer im Stadion werfen. Wir entschieden uns für Accuracy und Fast-Catch als Disziplinen, da diese das Verletzungsrisiko der Werfer nicht ganz so stark auf die Probe stellen sollten. Also machten wir uns daran den Platz auszumessen um die beiden 20m Kreise zu markieren. Das Bullseye sollte dabei auf jeden Fall auf dem Rasen sein um wenigstens beim Abwurf festen Grund unter den Füssen zu haben. Außerdem würden Bullseyes auf Sand ohnehin nicht lange halten. Irgendwie wunderten Horst, Laurent (aus Frankreich angereist) und ich uns doch ein wenig, als beim ziehen der 20er Kreise die ca. 12m breite Rasenfläche immer sorgfältig ausgelassen wurde und die Kreide nur den Sand markierte. Auf unser Nachfragen wurde dann bekannt, dass es uns nicht gestattet sei, den Rasen mit Kreide zu markieren. Aber daran wurde im Vorfeld schon gedacht und Victor packte eine große Rolle Absperrband aus. „Genug für alle Kreise die wir für Accuracy benötigen“, fügte er hinzu.
Ungefähr in diesem Moment kam Nacho mit einem Grinsen zurück ins Stadion. Er hatte es geschafft ein neues Feld zu organisieren, ein Rugby-Gelände der Universität Madrid, und das ohne Studentenausweis. Wow, schon mal eines Sorge weniger.
Aber wir waren ja noch mit den Kreisen im Stadion beschäftigt. Nacho kramte in seiner Tasche rum und holte ein Säckchen Zelt-Heringe hervor. „Damit fixieren wir die Kreise!“. Natürlich waren es viel zu wenig Heringe um alle Kreise mit Absperrband auf dem Boden zu fixieren. Abgesehen davon, dass damit gleichzeitig viele Stolperfallen entstehen würden. Nach kurzer Diskussion und bevor wir uns für Nacho’s „Hexagonal-Kreise“ entschieden kam Laurent die passende Idee. Wir zogen letztendlich nur die beiden Bullseye’s und würden die Vergabe der Genauigkeitspunkte immer mit Hilfe eines Maßband und einer Punkte-Tabelle machen.

Foto5


Dies klingt für unsere Verhältnisse nun wahrscheinlich sehr lächerlich, aber es war die bequemste Lösung für unser Problem. Und es sollten noch mehr solcher Lösungsansätze auf uns zukommen.
Den Abend verbrachten wir dann zusammen mit allen schon angereisten Werfern in bzw. vor einem kleinen spanischen Lokal. Dies war für Nacho und Victor sehr wichtig, da selbst sie einige der Teilnehmer noch nie zuvor gesehen haben. Sie kamen zum größten Teil aus Allicante, Barcelona, Sevilla und Madrid und hatten somit auch längere Reisen auf sich genommen um bei dem großen Ereignis dabei zu sein. Nacho wollte den Abend vor allem dafür nutzen um seine Bumerangschäfchen auf das vorzubereiten, was in den nächsten beiden Tagen auf sie zukommen sollte. Horst und mir kam das, was Nacho erzählte spanisch vor und da wir beide kein Spanisch verstehen, vergnügten wir uns mit leckeren Bier.
Ein Punkt, der mir aber doch sehr auffiel, war die Tatsache, dass Nacho in der Gruppe immer von „La Familia“ sprach. Und obwohl sich die Werfer alle zum ersten Mal gegenüber saßen baute sich auch sehr schnell eine familiäre Atmosphäre auf.

Foto6


Der erste Turniertag began mit unerwartetem Sonnenschein

Andrez und Manolo waren guter Dinge. (Nein, es sind keine Brüder)


Samstag, 18.10.2003

Um 8 Uhr ging es los für uns! SHOWTIME! Der Plan für den ersten Turniertag: Accuracy, Fast-Catch und Showwerfen bis 14 Uhr im Baseballstadion. Danach sollten alle im Stadion-Restaurant zu Mittag essen und später zu Aussie-Round auf das etwas entfernte Rugbyfeld wechseln.
Um 9 waren schon ziemlich alle Teilnehmer und einige Fernsehteams anwesend und es folgte das erste allgemeine Einwerfen für ein spanisches Bumerangturnier. Natürlich kam es am Anfang zu einigen gefährlichen Situationen obwohl das Thema „Sicherheit auf dem Platz“ noch vorher angesprochen wurde. Das Gehäuse eines gerade aufzeichnenden DV-Camcorders wurde gnadenlos von Manolo’s Fast-Catch Bumerang geöffnet, der Hobbyfilmer blieb unbeschadet. Und obwohl die Technik der handlichen Kamera nun zwangsläufig mehr belüftet wurde, konnte weitergefilmt werden. Bei den Profifilmern vom Spanischen Fernsehen zeigte sich ein anderes Bild.

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Die Kamera blieb verschont, aber der Kameramann hatte auf einmal eine Platzwunde am Kinn. Auch er filmte weiter.
Die offizielle Eröffnung des Turniers wurde dann mit Suicide-Werfen besiegelt. Gerade für diejenigen, die bislang nur alleine geworfen haben, ein besonderes Ereignis.

Foto8


Nun konnte es endlich losgehen. Nach kurzer Erklärung der Disziplinen und der Verteilung von Namensschildern versammelten sich die Gruppen an den Kreisen. Mit Raquel und Ingrid waren auch gleich zwei Werferinnen im Teilnehmerfeld. Die Linkshänderquote wurde mit 3 Teilnehmern (u.a. auch wieder Raquel) nach oben geschraubt.
Mit Beginn der Disziplin wurden Horst, Laurent und ich immer passiver, was die Rolle von Schiedsrichtern und das ausfüllen der Score-Sheets angeht. Natürlich achteten wir darauf, dass alles mit rechten Dingen zugeht, aber die Spanier sollten sich von Anfang an die wichtigen Aufgaben und deren Ausführung gewöhnen. Dies klappte wirklich gut. Bei mäßigem Wind aber sehr oft wechselnder Richtung markierte Victor Munoz mit 36 punkten einen neuen spanischen Rekord.
Zwischendurch wurde noch der Partner des bereits erwähnten spanischen Kameramanns, beim kommentieren aus dem 20m Kreis durch einen direkten Treffer in die Wade lädiert. Was die Bumerangs der Spanier angeht, wurden sehr viele Holz 2-Flügler (Fuzzy und Standard) und neonfarbende Plastik 4-Flügler (LMI-FOX), von denen allerdings einige zerbrochen sind, gesehen. Die Reichweite ging bei einigen über 30 Meter, obwohl die Zäune am Rande der 20m Kreise die Reichweite auf etwa 27m begrenzten. Aber kein Problem, durch einen höheren Abwurf wurden die Hindernisse gekonnt umworfen.
Nach Accuracy folgten noch zwei Runden Fast-Catch

Foto9

und da nun auch gefangen werden musste, vergrößerte sich der Schwierigkeitsgrad für die Teilnehmer. Das Problem lag dabei weniger in den Bumerangs oder dem Abwurf sondern eher beim Fangen. Wir werfen unsere Bumerangs meist seit Jahren und wissen ungefähr wo wir wann stehen müssen um den Rang zu fangen. Dieses selbst aufgebaute Wissen über die Flugeigenschaften ihrer Bumerangs fehlt unseren neuen Bumerangwerfern leider noch etwas. Und die wechselnden Windrichtungen sowie unerwartete Windböen machten es nur schwerer, so dass am Ende leider doch einige Werfer keine 5 Fänge erreichen konnten. Nichts desto trotz wurde mit 35,87 sek. ein weiterer spanischer Rekord von Juampe aufgestellt.
Anschließend wurden noch etwas MTA und Trick-Doubling gezeigt, sowohl für Zuschauer und Medien als auch für die Teilnehmer, für die dies alles neu war. Als wir dann gegen 14 Uhr unseren Auftritt im Stadion beendeten waren Nacho und Victor höchst zufrieden, da eigentlich alles so geklappt hat, wie sie es sich vorgestellt haben und zum Glück auch keine großen Unfälle auftraten.

Während die Teilnehmer sich beim Essen etwas stärkten, machten wir uns auf zum Rugby-Feld, das wir noch gar nicht gesehen hatten, um die Kreise für Aussie-Round und Endurance zu ziehen. Nach einer ½ Stunde Fahrt fragte ich Victor, ob das Maßband auch 50m lang sei. Vic verzog sein Gesicht, holte sein Handy raus und bat jemanden doch schnell das Maßband zum Rugby-Feld zu bringen. Na ja, wenigstens hatten wir schon mal den Kreidewagen aus dem Stadion entführt und kamen irgendwann auch am neuen Platz an.
Der neue Platz

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war eindeutig besser für unser Vorhaben geeignet als das Stadion, also überlegten wir uns wie wir die Kreise verteilen würden. Da auch noch einige hohe Rugby-Tore im Weg standen, entschieden wir uns für einen zentralen Aussie-Round Kreis. Irgendwann kam dann auch das Maßband, das stolze 25m lang war, und wir machten uns auf den Platz um die Kreise zu ziehen. Nach kurzer Einweisung übernahmen Juan und Juampe den Kreidewagen und bewiesen große Geschick damit.

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Nach dem 20er Kreis verlängerten wir das Maßband dann Stückchenweise mit Victor’s Klebeband. Als wir dann wieder auf die Uhr guckten, stellten wir mit Erschrecken fest wie spät es schon war. Nun hatten wir nur noch 3 Stunden bis es auch in Spanien dunkel sein sollte und die Teilnehmer waren noch gar nicht da. Wir machten noch schnell drei 20m Kreise fertig, bis dann endlich Nacho mit den ersten Werfer am Platz eintraf.
Da alle Kreise fertig waren boten wir Nacho 2 Möglichkeiten an. Entweder mit viel Stress Aussie-Round durchführen oder etwas entspannter Endurance an 3 Kreisen zu werfen. Das mittlerweile etwas geschrumpfte Teilnehmerfeld entschied sich für Endurance, was eindeutig die bessere Entscheidung war. Schnell wurde den Werfern klar, wie der Ablauf mit Zeitnehmen, - ansagen und Fänge zählen aussieht und wir konnten anfangen. Der Wind war auch auf dem viel offenerem Feld nicht leicht zu durchschauen, was das Fangen nicht leichter macht. Doch die Kreise wurden kurzzeitig zu kleinen Stierkampfarenen und unserer Toreros und Toreros kämpften sich gnadenlos, wie hier David Sevilla durch die 5 Minuten.

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Die Erschöpfung der Werfer, durch das viele laufen, verwandelte sich nach einer kurzen Verschnaufpause in Stolz. Besonders Stolz konnte Aleandro sein, dem ganze 16 Fänge gelangen obwohl er zweimal ca. 50m weit laufen musste um seine Weggerollten Bumerangs wiederzuholen. Gegen 18:30 Uhr war der erste Turniertag dann vorbei und wir hatten sogar noch ein wenig Zeit um etwas MTA zu werfen und andere Bumerangs auszuprobieren. Wir verteilten einige MTA´s und ließen die Spanier einmal ausprobieren. Alejandro hatte sogar selbst ein paar schöne große Hockey-Stick’s aus 3mm Holz dabei und bat uns um Tunning Tips damit er höher fliegt. Nach ein paar Biegungen flogen Sie fast 30 sek. und ließen unsere High-Tech Romblads an diesem Abend einige Sekunden hinter sich.

Der Abend sollte zu später Stunde noch in einer Bar mit einer Party gefeiert werden, doch wegen der großen Anstrengung den ganzen Tag über, kamen nur noch die Madrilenen, zum Feiern. Wie z.B. auch Andrez und Ingrid

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Und so gegen 1 Uhr hatten auch wir Sehnsucht nach unseren Schlafplätzen.


Au Au Aussie-Round

Tio (Onkel) Pedro aus Madrid.


Sonntag, 19.10.2003


Da es die ganze Nacht durch sehr stark geregnet hat, waren wir eine Stunde früher am Platz als geplant! So gut es die Wettergötter am ersten Tag mit uns meinten, am zweiten Tag waren sie leider nicht für uns da. Der Platz war zum Teil überschwemmt und alle Kreise weg.

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Jetzt mussten wir zusehen, dass wir uns einen neuen Aussie-Round Kreis mit trockenem Zentrum ziehen bevor die Werfer am Platz ankommen. Schnell den Kreidewagen aus dem Auto geholt und… schnell wieder zurück ins Auto gestellt, da wir nicht mehr genug Kreide hatten. Was jetzt??
Nachdem wir das 25m Maßband wieder auf 50m verlängert und bereits das Plastikband-Bullseye ausgelegt hatten, markierten wir einen halben Aussie-Round Kreis. In gleichmäßigen Abständen legten wir an 30, 40 und 50m kleine Plastikmarkierungen.

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Wegen der konstanten Windrichtung und aus Zeitgründen zogen wir nur einen Halben Kreis. Das spotten wurde durch den fehlenden Kreis zwar nicht einfacher, aber die Plastikmarkierungen und die sehr aufmerksamen Spotter erfüllten ihre Aufgabe einwandfrei.
Bevor wir aber richtig anfangen konnten, bewies Nacho noch schnell sein Verhandlungsgeschick. Zwei Rugby-Teams hatten sich zum gemeinsamen Training verabredet und liefen auf einmal zwischen unseren Markierungen herum. Während wir den Rugby Spielern aus sicherer Distanz unseren Respekt entgegen brachten, suchte Nacho das direkte Gespräch. Nach 5 Minuten verabschiedeten sich die Rugby-Spieler extrem freundlich von Nacho und machten den Platz für uns frei.
Schwerer machte es uns allerdings der Wind, der stark auffrischte und einige kleine Regenschauer mit sich brachte. Außerdem hatten wir auf 40m Entfernung, also noch im Kreis, auf jeder Seite ein Rugbytor stehen, da wir das Bullseye auf eine trockene Fläche verschoben haben. Es wurde einmal getroffen, es gab einen Re-Throw und keine Diskussionen. Die Vergabe der Genauigkeitspunkte erfolgte wie schon am Samstag mit einem Maßband und der bewährten Punktetabelle.

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Da der Wind die eine Gruppe im Kreis mehr und die andere Gruppe weniger mit Wind verschonte, konnten die Spanier mal sehen, dass manchmal auch Glück eine Rolle beim Bumerang-Werfern spielt. Juampe konnte diese Disziplin zur Freude aller Spanier mit 51 Punkten und 24 Punkte Unterschied zum 2. Platz eindeutig gewinnen.
Da Nacho den Wettkampf gegen 14 Uhr beenden wollte war nur noch Zeit für eine Disziplin. Weitwurf, Trick-Catch und MTA standen zur Debatte und Nacho befragte seine Werfer. Die Abstimmung fiel eindeutig für Weitwurf aus. Während einige Leute die Abwurfmarkierungen vorbereiteten, versuchte Nacho sein Messgerät vorzubereiten. Er wickelte eine 200m Schnurr in 20m Schritten systematisch ab und wollte dann alle 20m eine Markierung setzen. Also Schnurr statt Radar zur Weitenmessung. Nach ca. 10 Minuten entwickelte sich die abgelegte Schnurr sich zu einem großen Netz in dem sich Nacho prompt verhedderte.

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Ein Versuch, das ganze wieder auseinander zu kriegen wurde schon bald verzweifelt abgebrochen. Zum Glück war noch mehr als die Hälfte der Schnurr über. Wir zogen die Schnurr diesmal gleich von Anfang an bis auf 120m Länge auseinander und setzten dann erst die Markierungen. Die Länge war fast perfekt, da der Platz bei 180m leider durch eine große Strasse begrenzt. Da hinter: Die Residenz von Spaniens Ministerpräsident Aznar.
Nacho sagte scherzhaft: „Ein Treffer von Aznar würde uns zu viel Publicity in Spanien verhelfen!“. Keiner von den Werfern meinte mehr wie 120m weit werfen zu können und da wir eh schon genug Publicity durchs Fernsehen hatten war uns Aznar dann egal. Beim Weitwurf kamen leider nur wenige Bumerangs über die 50m Linie zurück und 90m von Laurent waren auch schon der Höhepunkt. Trotzdem waren alle Teilnehmer nach der Disziplin sehr glücklich, dass sie zum einen noch Weitwurf unter Turnierbedingungen geworfen haben und das Turnier gleichzeitig sein Ende fand.

Die Siegerehrung bestand dann aus einer allgemeinen Dankesrede von Nacho und Feedback von den Teilnehmern. Nacho bekam eine Menge Applaus, für das was er auf die Beine gestellt bekommen hat und war froh, dass sie mit dem Rugby-Feld letztendlich doch noch einen brauchbaren Platz in Madrid gefunden haben. Alle Werfer

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waren sich einig und wollen sich auch in Zukunft wieder zu einen Turnier mit Wettkampfcharakter treffen.
Ein weiterer Punkt, mit dem sich alle sofort einverstanden erklärten war das Rauchen während des Turniers. Um sich als richtige Sportler zu präsentieren werden beim nächsten Turnier alle Werfer freiwillig auf das Rauchen am Platz verzichten. Eine gute Idee, die selbst ich als Raucher für sehr gut befand. Vielleicht können wir das bei unseren Turnieren mit mehr Zuschauern und Medien zur Steigerung unserer Seriosität einführen.
Nacho hatte zwar einen großen Karton voller Pokale gesponsert bekommen, aber es kam leider nicht mehr zu einer Vergabe. Ich weiß allerdings nicht so ganz genau, warum nicht. Ein Grund waren wohl die nicht vorhandenen Urkunden, da wir keinen Strom für den Drucker hatten. Für die Teilnehmer kein Problem, sie nutzen die letzten Minuten vor Ihr Abreise und intensiven Abschied um ein paar Bumerangs auszutauschen und für den Nachbau abzuzeichnen.
Für das nächste Treffen der spanischen Bumerang Familie wurde dann der April 2004 angesetzt. Um den Platz der Universität wieder benutzten zu können, wird sich Nacho wohl als Student in Madrid einschreiben lassen. Dies erleichtert die Reservierung des Rugby-Feld um einiges.


Das Turnier war vorbei und für alle ein wahrer Meilenstein in der spanischen Bumerang-Geschichte

Nacho war überglücklich und freut sich schon auf das nächste Turnier.


Alles in allem also ein gelungenes Turnier bei dem Nacho und Victor als Ausrichter und Organisatoren eine Menge gelernt haben. Nacho meinte er habe am zweiten Tag weit mehr gelernt als wie am ersten, da der erste Tag bis auf den Platzwechsel schon fast zu gut geklappt hat. Außerdem weiß er nun jeder Teilnehmer was bei einem Turnier alles passiert und dass es schneller und reibungsloser klappt, wenn alle etwas von der Arbeit auf dem Platz übernehmen.
Das Ziel für das nächste Turnier: Alle 6 Disziplinen und Weitwurf durchzuführen.
Wir sind gespannt und vielleicht sind beim nächsten Mal ja noch mehr DBC’ler dabei um Aufbauhilfe in Spanien zu leisten.

Ich werde ab sofort einen Bumerang-Spenden-Karton bereit stellen, der dann zum Frühjahr hin nach Spanien geschickt wird. Sinn und Zweck ist eigentlich nur den Spaniern mal eine Möglichkeit zu geben alle Arten von Bumerangs einmal selbst ausprobieren und nachbauen zu können. Vieleicht habt ihr ja auch noch den ein oder anderen Bumerang oder detailierten Bauplan, den ihr spenden wollt. Eine kurze Beschreibung was Form, Flugweite, für welche Disziplin und wie er geworfen werden soll wäre nett aber nicht zwingend notwendig

Ich hoffe euch hat dieser Artikel gefallen, obwohl er sehr lang geraten ist, und danke euch für die Zeit die ihr dafür geopfert habt.
MHR
Christian






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