"Bumerangs kommen doch aus Australien, oder?"
"Warum kommt der Bumerang zurück?"
"Ist Bumerangwerfen eigentlich ein richtiger Sport?"
"Wie muß man einen Bumerang werfen, damit er auch wirklich zurückkommt?"
"Sind Bumerangs generell eine Waffe?"
"Wo kann man denn einen Bumerang kaufen?"

Im Bereich Bumerang:
Medieninfopaket
Im Bereich Club:
Anmeldeformular
Im Bereich Sport:
Deutsche Rekorde

DBC-Vereinshaftpflicht (13 KB)
Organisationshilfe für Bumerangturniere (18 KB)
Bumerang-Zertifikate (42 KB)
DBC-Regelwerk (Schüler) (88 KB)
DBC-Regelwerk (Indoor) (92 KB)
Formular zur Einzugsermächtigung (97 KB)
Handbuch zum Umgang mit der DBC-Home Page (113 KB)
DBC-Beginner-Regelwerk (114 KB)
Head2Head (140 KB)
DBC-Regelwerk (Outdoor) (204 KB)
DBC-Vereinsordnung (Mai 2005) (397 KB)
Bumerang-Simulation (945 KB)
DBC-Flyer (8 Seiten) (1644 KB)



<< zurück zum Archiv


  16. Oktober 2004 | Workshop: Natural Elbows

ao - Bumerangs aus natürlich gewachsenen Ästen herzustellen ist nur teilweise vergleichbar mit der Fertigung von sonst üblichen Sportmodellen aus Sperrholz oder Kunststoff. Eckard Mawick hat diese Kunst zu seiner Passion gemacht und plaudert bei uns aus dem Nähkästchen.

Je krummer desto besser!

Da schlägt so manches Herz höher

Ich weiß gar nicht, wann es mich erstmals erwischt hat, dieses Elbow-Fieber. Auslöser war gewiss ein Edelstück, das Eric Darnell gebaut hatte. Damals ahnte ich (und meine Familie) nicht, dass ich heute nach wie vor mit verstelltem Blick an Gehölzen entlang schleiche und unvermindert krumme Äste sammle. Was ich damit anstelle, will ich gerne der INFOleserschaft offenbaren und zur gefälligen Nachahmung anempfehlen.
Also: Am Anfang ist immer der bewusste krumme Ast. Genau betrachtet sollte es gerne Laubholz sein, im Durchmesser möglichst sechs Zentimeter oder auch viel mehr, vernünftigerweise im Winkel 90° oder auch spitzer. Klar, dass die Arme ausreichend lang und überlang abgeschnitten sein sollten. Optimal und kaum verzichtbar, weil sonst nur mit Problemen behaftet, ist die Biegung in wirklich nur einer Ebene. Oh, wie oft habe ich bei meinen Sammelzügen voreilig über vermeintlich ideale Krümmer gejubelt. Und dann, knirsch, ragte ein Arm leider doch aus der Ebene raus. Tolle Elbow-Jagdgründe sind Obstgärten, Waldränder, Friedhöfe und Knicks.
Für die „Ernte“ sollte man die kalte, laub- und saftfreie Jahreszeit wählen.. Mein seelenverwandter Freund Jay Butters, seines Zeichens Baumchirurg, hat da eine andere Auffassung: Er erntet praktisch zu jeder Zeit. Aber davon später mehr. Ich habe gerne im Winter gesägt (dann findet man im Wald auch öfter mal im Kronenholz gefällter Baumriesen interessante Biegungen). Die Schnittstellen habe ich stets mit Wachs versiegelt, um Risse in den Astenden zu verhindern.
Nach gebührend langer Trocknungs- und Wartezeit (Faustregel: pro Zoll ein Jahr) kommt der spannende Moment des Aufsägens zu Rohlingen. Nachdem ich anfänglich mit falschem Geiz sehr gewagte Schnitte riskiert und dadurch etliche Rohlinge versaut habe, säge ich jetzt großzügig auf. Man kann ja lieber noch was wegschleifen, wenn sich das Holz beim Trocknen etwas geworfen haben sollte.


Eine gute Säge verhindert so manchen Frust

Bandsäge anno 1938

Das Aufsägen mit der Maserung ist nicht angenehm. Quer zur Faser sägt sich’s beileibe leichter. Ich besitze jetzt eine Bandsäge, Baujahr 1938. Doch glücklicherweise gibt es nun hierzulande die japanischen Edelsägen mit der raffinierten Zahnung, welche nur auf Zug arbeiten und Traumschnitte liefern. Wer je einen Rohling mal mit einer Bügelsäge vom Baumarkt aufgesägt hat und danach die japanische Wundersäge erlebt, weiß wovon die Rede ist. Übrigens: Aufsägen mit der Kreissäge und Anschlag ist für Laien saugefährlich! Lass da nur Profis ran. Nach dem Aufsägen sieht man auch, was in dem Ast los ist. Erschütternderweise wird manches hoffnungsvolle Stück dann leider zu Edelbrennholz – oder bestenfalls zu einem Mini-Schmuck-Elbow wie für die Preise bei der WM 2002... So ein ausgesägter Rohling muss natürlich noch ruhen, bevor er weiter bearbeitet wird. In der Vorfreude kann man schon mal die Umrisslinie darauf skizzieren. Da hat man manchmal real existierende Flügelformen im Hinterkopf. Die sollte man lieber nicht 1:1 dem guten Stück aufzwingen; denn dann hätte man ja auch gleich Sperrholz nehmen können. Vielmehr sollte man nach dem „natürlichen Schmuck“ in der Maserung und in der Zeichnung des Holzes suchen. Jedes Stück ist schließlich ein Unikat ! Ich finde diesen Entdeckungsvorgang immer fordernd und spannend. Ohne die Bauerfahrung mit vielen unterschiedlichen Formen und Profilen aus Sperrholz könnte ich das aber nicht. Ich wüsste dann wahrscheinlich nichts über die Harmonie von Flügellänge, -breite und –stärke im Zusammenhang mit der Materialdichte.


Probeläufe sind nicht nur erlaubt, sondern dringend empfohlen

Eckards kritische Blicke überwachen jede Umdrehung

Wenn die Form geklärt ist und mit leichtem Zuschlag ausgesägt daliegt, kann das Schleifen beginnen. Ich fange mit des Unterseite an und sorge dort für eine plane Fläche als Ausgangsbasis für den Rest. Jay Butters, der glückliche, hat einen sehr breiten Bandschleifer, der ihm diese Arbeit ökonomisch besorgt. Ich habe mich an meinen Winkelschleifer gewöhnt, mit dem ich grob und fein für Unterseite und Profil sorge. Das geht zwar etwas auf den Wurf- und Schleifarm – der ist bei uns aber ohnehin etwas gewohnt. Nun soll das Profil entstehen. Bei Sperrholz hat man Höhenlinien. Easy. Bei Naturholz ist Augenmaß gefragt. Wie sprach weiland der alte Albrecht Dürer schon? „Man muss innenwändig voller Form seyn...!“ Sehr wahr. Deshalb ist es Anfängern nicht zu raten, mit Elbows oder Lapjoints zu beginnen. Vorsichtige können ja mal mit einem flügelbreiten Brettchen probieren und Mut schöpfen. Ich schleife zunächst grob aber ausgeprägt das Profil. Dann hält es mich meist nicht an der Werkbank.
Ich muss auf die Wiese. Ein erhabenes (oder neudeutsch auch: geiles) Gefühl, wenn bei normalen Bedingungen schon der erste Catch gelingt. Das gibt wieder Auftrieb für das mühevolle feinere Schleifen. Und wenn dann selbst Frido nur noch höchstens einen winzigen Kratzer feststellen könnte (jeder andere würde das glatt übersehen...), kann das Elaborat geölt werden. Einen Vorgeschmack darauf, wie das Holz nach dem Ölen aussehen kann, bekommt man vor der allerletzten Schleifphase: Ich tauche das Holz dann nämlich einmal kurz in Wasser. Dadurch stellen sich die Faserchen auf, die man sonst nicht entdecken konnte. Nach dem Abtrocknen und Feinstschliff gilt die Fläche als makellos.
Durch das Ölen kommen die Kontraste der Holzfarben innerhalb der Fläche stärker zum Vorschein. Kleine Aststellen oder spannende Misswüchse werden zu Landschaften und unverwechselbarem Flächendesign. Das Unikat, die Welturaufführung liegt vor mir.


Eigene Erfahrungen sammeln

Ein Natural Elbow Fan baut natürlich nur draußen

Ich persönlich ziehe den matten Glanz von Öl und Wachs einer in meinen Augen eher leblosen glatten Lackoberfläche vor. Aber das ist in der Tat Geschmacksache, über die ein Streit nix bringt. Geeignete Öle und Wachsemulsionen kann man in Ökofarbgeschäften auftreiben.
Ich habe hier natürlich meine Version der Elbowherstellung geschildert und auch Jay Butters aus Wales erwähnt. Er sägt die Rohlinge mit der Japansäge recht frisch auf und lässt sie einzeln unter häufigem Wenden trocknen. Erstaunlicherweise bleiben sie plan ohne Risse und werfen sich nicht. Da brach für mich zunächst ein Elbowweltanschauungsgebäude zusammen. Ich habe wirklich unter seiner Anleitung einen Bumerang in seiner Werkstatt so wie er gebaut. Bin schließlich aber – ich muss es gestehen – in meine eingefahrene Methode zurückgekehrt.


Im Vollholz-Fieber

Eckard Mawick als Organistor der WM 2002 in Kiel

Wer durch diesen Bericht jetzt schon ganz heiß auf diese Bumerangbauweise wurde, kann von mir natürlich abgelagerte Krummhölzer oder gesägte Rohlinge erwerben. Wer darüber hinaus an einem der sagenumwobenen Workshops im Mekka der Elbows, nämlich in Heuerstubben (nördlich von Lübeck) teilnehmen möchte, kann mir gerne eine e-mail zukommen lassen. Meine Adresse deutet schon auf die Kunst Elbows zu machen hin.
Sie lautet denn auch: elbowart@gmx.de

Ich plane für dieses und nächstes Jahr mindestens zwei Wochenendworkshops für jeweils ca. acht Teilnehmer/innen. Material habe ich für noch viele weitere auf Lager (und Lust auch).

Eckhard Mawick






<< zurück zum Archiv


[ Newscenter | Bumerang | Sport | Forum | Club ]
[ Kontakt | Impressum | Newsarchiv ]

© Deutscher Bumerang Club e.V.