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Sinkende Teilnehmerzahlen bei Turnieren
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Dieter47
Bumerang-Jungspunt


Anmeldungsdatum: 25.09.2004
Beiträge: 28
Wohnort: Aschaffenburg

BeitragVerfasst am: 02.07.2010, 20:19    Titel: Hallo Leute Antworten mit Zitat

na dann will ich auch mal meinen Senft dazugeben.

Workshops, Ferienspiele halten wir hier in Aschaffenburg seit ca 5 Jahren
4 Workshops mit 10 Kindern und zwei Tage Ferienspiele mit ca 12- 15 Kindern, und sind auch noch auf verschiedenen Drachenfesten zugange.
Seit diesem Jahr werden auch Eltern Kind Kurse abgehalten der Kurs wurde im Dezember ausgeschieben und war im Januar schon überbucht.
Wir haben mehrere Kinder die schon Ihren 4 und 5 Bumerang gebaut haben aber wie überall es bleibt keiner hängen.

Genau so ist es mit dem Tunier wo wir wieder aufleben lassen wollten
es sollte die 3. Bayerische Meisterschaft stattfinden die Ausschreibung ist seit März online aber da wir uns vor Anmeldungen nicht Retten können wird diese wohl ins Wasser fallen (Mangels Anmeldung ).
Das wird dann auch das letzte Tunier sein daß hier Ausgeschrieben wurde.

viele Grüße aus Aschaffenburg
_________________
will mal etwas anfangen mit dem Bumerangbau
mal sehen wie es klappt.
Es klappt ganz gut und manchmal kommen sie sogar Smilie und das immer öfter
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Frank
Administrator


Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 139
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 05.07.2010, 21:44    Titel: Diese und jene Überlegung.... Antworten mit Zitat

Zunächst meine aktuelle Erfahrung: wir hatten den Verein in Halle gegründet, um Interessenten einen Anlaufpunkt zu bieten und feste Zeiten für Training und Anleitung zu haben. Es hat unter dem Strich nichts gebracht. Wir finden jede Menge Interesse aber keinen Zulauf. Ich mache auf der Wiese oft Einzelkurse für jedesmal andere Personen. Dieses Jahr hatte ich bereits Kontakt mit mind. 20 Jugendlichen, denen ich im Schnitt eine Stunde das Werfen beigebracht habe, die begeistert waren und nie wieder aufgetaucht sind.

Es kann natürlich auch an mir liegen, in der Art, dass man sich nicht mit einem älteren Dicken messen will.

Die Erwähnung, das es sportliche Turniere gibt, findet meist ungläubiges Interesse, weckte aber bei keinem potentiellen und selbst talentiertem Werfer auch nur das kleinste Körnchen Ergeiz. Ich gehe davon aus, dass der Ehrgeiz bei den Meisten nur soweit reicht, es zu können (das Werfen und Fangen).

Das Mediendiktat hat in den letzten zehn Jahren enorm zugelegt und honoriert Bumerangwerfen in keiner Weise im sozialen Kontext. Die Art, wie in den wenigen Beiträgen über uns berichtet wird (damit meine ich keine negative Darstellung!) lässt uns als Resultat eher wie Clowns erscheinen. Das hat natürlich einen Unterhaltungswert, ist aber keine wirkliche Werbung.

Es existiert aus meiner Sicht überhaupt keine Vorstellung von Bumerangwerfen als sportlichen Wettkampf in der Art, wie man andere sportliche Wettkämpfe kommuniziert bekommt. Der DBC besitzt auch keine Strukturen wie andere Sportvereine, in denen gezielt Nachwuchsarbeit betrieben wird. Ohne solche Organisationsstrukturen kann man nur auf guten Willen hoffen - und der reicht eben nicht.

Es ist doch ganz klar - es werden auf den Turnieren die ewig Besten gewinnen (das soll keine Entwertung sein!) und die die Anderen rutschen entsprechend ihrem Vermögen auf den restlichen Plätzen hin und her. Das ist aber in Wahrheit kein richtiger Wettkampf mehr wie in anderen Sportarten. Dadurch, dass man sich kennt und keine fordernden Einflüsse auch für die Spitzenwerfer mehr auftreten, entsteht immer mehr eine Situation mit Inzestcharakter. Das Interesse an solchen Veranstaltungen wird sich immer mehr in Grenzen halten.

Meine Meinung: harte Auseinandersetzung des DBC mit sich selbst und neue Strukturen schaffen!
_________________
Viele Grüße aus Halle
Frank
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Oli
Aussie-Round-100-Werfer


Anmeldungsdatum: 27.01.2004
Beiträge: 262
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 05.07.2010, 22:02    Titel: Re: Diese und jene Überlegung.... Antworten mit Zitat

Frank hat folgendes geschrieben:
Meine Meinung: harte Auseinandersetzung des DBC mit sich selbst und neue Strukturen schaffen!


Hi Frank,

welche Strukturen könnten das sein? (wirklich ernst gemeinte Frage)


Oli
_________________
************** Next Dreckhecken Style Event *************
6. Schaalsee Bumerang Cup am 29./30. Juli 2017
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Frank
Administrator


Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 139
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 06.07.2010, 09:45    Titel: Neue Strukturen Antworten mit Zitat

Hi Oli,
da es sie noch nicht gibt, müssten sie entwickelt werden. Dafür muss ein klares Konzept entwickelt werden mit einer festen Zielrichtung.
Ungenau ist z. B. aus meiner Sicht die klare Trennung zwischen Wettkampfsport und Pflege des kulturellen Welterbe Bumerang. Das verstehen nämlich viele Leute nicht und führt auch in der Betrachtung des Vereins zu Irritationen. Hier wäre ein Neuansatz in der Vereinsorientierung sicher produktiv.

In gängigen überregionalen Sportvereinen gibt es Trainings- und Übungsleiter, die sich in verschiedenen Qualifikationen um Nachwuchstalente kümmern. Solche Strukturen haben sich über viele Jahrzehnte Sportorganisation entwickelt und bewährt - man sollte dort einmal hinsehen.

Eine Idee von mir:
Bumerangsport ist eine Wurfsportart. Der Verein könnte den direkten Kontakt bzw. Nähe zu anderen Wurfsportarten und deren Organisationen suchen, um von deren vorhandenen Strukturen zu profitieren. Man könnte versuchen sich dort einzubringen und evtl. Trainingsstätten offiziell mit zu nutzen. Um an solchen Stellen wiederum ernst genommen zu werden, erwartet man mit Sicherheit von uns eine organisierte Trainingsarbeit. Für dieses Ziel ist eine längerfristige strategische Planung von Vorteil.

Da wir, wie Dietmar schon bemerkte, keinerlei regionale Strukturen besitzen, könnte man sich ernsthaft überlegen wie die vorhandenen finanziellen und personellen Ressourcen an einer Stelle effizient gebündelt werden. Z. B. im Süden (Dieter, Guido, Klaus etc) oder Norden (Hamburg, Kiel, Bremen). Und selbst wenn ich dabei jemand auf die Füße trete - in jeder Sportart ist es üblich, dass die Champions (auch die Ehemaligen) sich aktiv bei der Heranbildung des Nachwuchses engagieren. Sie haben dabei eine wichtige Leitbildfunktion und somit nicht unerhebliche Verantwortung.

Man könnte z. B. Trainingswochenenden (wie Lehrgänge in anderen Sportarten) mit dem Weltmeister organisieren, wobei der DBC ein Teil der Kosten für Jugendliche und Kinder übernimmt. Dazu sollte natürlich auch ein klares didaktisches Trainingskonzept her. So etwas gibt es doch mittlerweile schon mehrfach von unseren Pädagogen im Verein.

Klar fordert das mehr Investition von Zeit und Selbstdisziplin, die Frage steht jedoch: Was wollen wir für die Zukunft? Reicht es so wie es ist, oder soll sich etwas ändern? Und jede Veränderung tut immer etwas weh, weil man sich von etwas Gewohntem trennen muss.
_________________
Viele Grüße aus Halle
Frank
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Matze
Aussie-Round-100-Werfer


Anmeldungsdatum: 29.01.2004
Beiträge: 372
Wohnort: Hamburg

BeitragVerfasst am: 07.07.2010, 09:37    Titel: Antworten mit Zitat

Ich hab durch die Beiträge in diesem Thread eine Menge an neuen Infos bekommen (z.B., dass es offensichtlich doch noch eine Menge an Angeboten zum Thema "Bumerang" gibt - VHS-Kurse, Ferienangebote, etc.), sehe mich andererseits aber auch in vielen meiner persönlichen Erfahrungen bestätigt (spontanes Interesse am Bumerangwerfen ist häufig da - ein kontinuierliches Dabeibleiben ist eher selten).

Wir waren, wir sind und wir werden es vermutlich auch immer bleiben - eine exotische Randsportart. Offensichtlich aber leider im Aussterben begriffen...

Die Idee von Frank, auch mal Weltmeister bzw. "attraktive Cracks" unseres Sports in die Workshops mit einzubinden (um so die Leitbildfunktion zu verstärken) finde ich klasse. Vermutlich hat das auf jeden Fall einen größeren Anreiz für junge Werfer, als wenn wir dicken, alten Herren uns beim Versuch einen Footcatch hinzubekommen auch noch einen Hexenschuss holen. Ich bitte aber zu bedenken, dass auch unsere "Young Guns" so langsam in die Jahre kommen und sowohl beruflich, als auch familiär inzwischen ebenfalls stark gebunden sind.

Ein bißchen bin ich noch darüber irritiert, dass es in anderen Ländern (z.B. Frankreich, den USA) mit der Nachwuchsarbeit offensichtlich besser klappt als bei uns - schließlich gibt's da auch Playstation etc.

Vielleicht muss ich mich aber auch damit abfinden, dass in Deutschland das Bumerangwerfen - zumindest als Turniersport - langsam von der Bildfläche verschwindet. Der Markt wird auch hier von Angebot UND Nachfrage bestimmt. Ich würde das sehr schade finden, weil ich persönlich mit dem Bumerangwerfen so viele positive Erfahrungen und Erlebnisse verbinde. Und ich selbst habe auch nach über 25 Jahren Bumerangwerfen noch soviel Spaß am "Socializing"-Aspekt des Bumerangwerfens, dass ich die Hoffnung hege, dass die DBC-Turniere vielleicht doch nicht gänzlich aus dem Programm verschwinden werden. Soweit dies möglich ist, werde ich gerne versuchen, gemeinsam mit den Dreckhecken unseren Anteil daran zu leisten.

Matze
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Frank
Administrator


Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 139
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 08.07.2010, 07:21    Titel: Konkrete Ansagen! Antworten mit Zitat

Damit diese Diskussion nicht ohne Ergebnis im Sand versickert:

An die Cracks:
Axel, Günther, Frido, Alex, Michael, Oli, Horst und wer noch zu den weltbesten Werfern zählt: Wie findet Ihr den Vorschlag mit den Workshops bzw. Lehrgängen? Seht Ihr von eurer Seite überhaupt die Möglichkeit mal statt eures normalen Trainings potentiellen Nachwuchs zu unterstützen und anzuleiten? Es muss ja, wie in anderen Sportarten auch, nicht unentgeltlich sein. (Wir hatten für ein Karatewochenende mit einem berühmten Meister auch gern ein paar Euro hingeblättert)

An den Vorstand:
Gibt es Möglichkeiten der finanziellen und ideelen Unterstützung? Oder muss für die Umsetzung einer solchen Idee erst eine Mitgliedervollversammlung einberufen werden?

An die DBCler:
Wer würde sich an der Organisation solcher überregionaler Veranstaltungen mit beteiligen? Es müssen ja nicht nur die Kids am Workshop teilnehmen...
Ich bin grundsätzlich bereit mit mehreren DBClern eine solche Sache zu organisieren.


PS: Da die neue INFO noch nicht fertig ist, könnte man auf diesem Weg konkret zu diesem Thema etwas publizieren.
_________________
Viele Grüße aus Halle
Frank
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Frank
Administrator


Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 139
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 08.07.2010, 10:41    Titel: Konkret: Antworten mit Zitat

Hier mal ein Konzept für ein Workshop für alle Interessierten Erwachsene und Jugendliche:


Workshop Bumerangwerfen & -Fangen mit dem Weltmeister im Bumerangsport Fridolin Frost (oder Axel Heckner, Alex Opri etc.)

-> hier Kurzer Text zum Bumerangsport als Turniersportart an sich - hier könnten wir von den Arbeiten und Argumenten von Thomas, Uli und Nils profitieren.

Eine offizielle Leistungstaffelung wäre sehr interessant um Ehrgeiz zu wecken - ähnlich Schwimmstufen oder Gürtelfarben.

Teilnehmer:
(wenn wir die folgenden beiden Gruppen einbeziehen, kommen evtl. Väter mit ihren Söhnen)

Gruppe 1 Kinder und Jugendliche 10 Jahre bis 14
Gruppe 2 Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahre


Informationen zum Lehrgangsdurchführenden (auch Mehrzahl): -> Leistungen, Vita, Fotos



Thema des Workshop:
(Beschränkung ist hier wichtig)

Korrekter Abwurf und Abwurfkorrektur:
-Durchführender: Frido Frost
-(hier kurze Beschreibung des Trainingszieles und der Trainingsinhalte)
-Trainingszeiten Gruppe 1
-Trainingszeiten Gruppe 2

Keine Angst vor dem Bumerang - sicheres Fangen für Einsteiger:
-Durchführender: Ralf Pietsch
-(hier kurze Beschreibung des Trainingszieles und der Trainingsinhalte)
-Trainingszeiten Gruppe 1
-Trainingszeiten Gruppe 2

Die Bumerangs zum Workshop können vor Ort gegen eine kleine Kaution geliehen oder gekauft werden (z. B. einheitlich Modell Renner, Leihbumerangs können markiert werden)
Eigene Bumerangs sind unter Umständen für den Workshop nicht geeignet!

- Kosten, Bezahlung Cash vor Ort
- Verpflegunsmöglichkeiten
- Zertifikat!!! Wichtig für die Motivation


Das ganze mit einer Pressemitteilung bundesweit an alle Medien. Wichtig dabei die Vita der Kurslehrer.

Die Teilnahme von alten Hasen garantiert Synergien z. B. im Bumerangbauen. Wichtig: Im Mittelpunkt des Interesses sollten unbedingt die Einsteiger sein. Denen gegenüber hat der DBC auch ein Image zu pflegen. Von unserem Eindruck hängt logischerweise viel ab.
_________________
Viele Grüße aus Halle
Frank
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Frank
Administrator


Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 139
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 08.07.2010, 13:12    Titel: Angebot von Eckard ... Antworten mit Zitat

Von Eckardt darf ich seine Mail an mich hier veröffentlichen:

Hallo Frank,
mit Interesse verfolge ich die Diskussion um unsere Nachwuchssorgen im DBC bzw. in der Bumerangszene überhaupt.
Da ich selber nicht weiß, wie man im Forum was schreibt,
schreibe ich Dir, weil Du ja schon recht konkrete Ideen formuliert hast.

Ich würde meine "Lokation" hier in Heuerstubben zur Verfügung
stellen, um mal einen Anfang in dieser Richtung zu starten. Die
"Cracks" können hier in den Betten schlafen, die "Schüler" können je
nach Zulauf zelten. Verpflegung hier wird allgemein gelobt. Eine
Wurfwiese ist je nach Jahreszeit leicht erreichbar. Werkstatt zum
Bauen wird gerade verfeinert und neu durchstrukturiert. Also es
ist hier alles für solch ein Unternehmen vorhanden. Die Dreckhecken
geraten regelmäßig ins Schwärmen, wenn von Heuerstubben die
Rede ist. Vielleicht ist vom DBC ja sogar ein Zuschuss zu erwarten,
damit die Sache für mich/uns plus-minus Null ausgeht. Das Angebot
meinerseits steht wenigstens. Über einen Zeitpunkt müsste dann
gesprochen werden.

Eckhard Mawick
_________________
Viele Grüße aus Halle
Frank
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Berliner Bär
Ranglisten-Ass


Anmeldungsdatum: 28.01.2004
Beiträge: 210
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 09.07.2010, 16:02    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

machen wir mal eine kleine Zeitreise.

Ich bin 1986 zum Bumerang gekommen. Zu dieser Zeit kannte man das Internet bestenfalls aus dem Kino (War Games) und das Privatfernsehen steckte in den Kinderschuhen (der erste Astra-Satellit wurde 1988 ins All geschossen). Informationen holte man sich aus Printmedien oder aus dem öffentlich rechtlichen Fernsehen. Zu dieser Zeit gab es einen extrem langen und gut gemachten Beitrag in einer sehr beliebten Fernsehsendung – der Hobbythek. Das war nicht nur für mich sondern für viele andere die Initialzündung. 1987 erschien dann die Zeitschrift Bumerang Welt neben dem DBC Info. Es gab also allein in Deutschland 2 Bumerang-Zeitschriften die monatlich (!) erschienen sind. Technisch auf Amateurniveau, aber eben regelmäßig. 1989 kam dann zum einen der Fall der Mauer, Kontakte mit Werfern in der DDR und dem Ostblock, zum anderen die DM in Berlin, die Michael Jahnke unter massivem Einsatz seines Privatvermögens in ein Spektakel mit nie mehr erreichter Teilnehmerzahl (118) und massiver Medienpräsenz verwandelt hat.

In diesen Jahren sind viele Menschen in Deutschland auf den Bumerang aufmerksam geworden. „Laubsäge“ war noch kein Fremdwort und dass Kinder mit Ihren Eltern gemeinsam basteln war durchaus üblich. In der ganzen Republik wuchs so die Zahl der „Bumerang-Verrückten“, die dem neuen Hobby verfallen waren. Sie haben Bumerangs gebaut, sind damit auf die Wiese gegangen, andere haben es gesehen und wurden ebenfalls infiziert. Der Leistungs-Standard dieses neuen Sportes war noch am Anfang, so dass bei Turnieren sowohl Anfänger als auch ältere problemlos teilnehmen konnten ohne sich abgehängt zu fühlen. Alles war neu, es gab so viel zu entdecken, es war einfach eine spannende Zeit. Nachwuchsprobleme gab es nicht.

Heute stehen im typischen Haushalt mindestens 2 Fernseher mit mindestens 30 Kanälen, dazu gibt es Computerspiele, das Internet mit YouTube, Facebook & Co, gelesen wird immer weniger. Man trifft sich immer weniger persönlich sondern im „sozialen Netzwerk“. „Basteln“ ist ein Begriff, den viele Jugendliche vermutlich kaum noch kennen, statt Werkzeug kommt Nintendos Wii zum Einsatz. Die Hobbythek wurde, nachdem man von handwerklichen Themen auf Dinge wie Naturkosmetik und Ayurveda umgestellt hatte, 2004 eingestellt. Die Kids von heute für etwas wie den Bumerangsport zu begeistern, ist extrem schwierig und geht nur mit persönlichem Einsatz erfahrener Bumerangwerfer. Die haben aber immer weniger Zeit, da in unserer profitorientierten Gesellschaft ständig mehr Leistung von den Arbeitnehmern erwartet wird und die Älteren natürlich auch zunehmend Zeit für Familie, Haus etc. brauchen.

In den vielen Jahren bin ich oft auf der Wiese von Kindern angesprochen worden, ob sie mal werfen können. Darunter waren durchaus Naturtalente, denen es auch offensichtlich großen Spaß gemacht hat. Die nächste Frage ist dann meistens, wo es solche Bumerangs zu kaufen gibt. „Nirgends, die habe ich selbst gebaut“ war die Standard-Antwort. Damit ist dann für viele das Thema durch. Nur die wenigsten Kinder/Jugendliche haben die Möglichkeit, zu Hause Bumerangs zu bauen. So sind die meisten vielleicht noch 1 oder 2 Mal auf der Wiese vorbei gekommen und haben sich dann nie wieder sehen lassen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, eine davon heißt Alex Opri Winken Der hatte aber auch ideale Voraussetzungen (regelmäßigen Kontakt zu anderen Werfern, Talent, handwerkliches Geschick, Eltern mit Haus in der Nähe eines guten Wurfplatzes und den finanziellen Möglichkeiten, ihn an Turnieren teilnehmen zu lassen). Kinder aus den unteren Schichten haben wohl kaum die Möglichkeit, Bumerangs zu Hause zu bauen und schon gar nicht, zu Turnieren zu fahren.

Es fehlt aber nicht nur an Nachwuchs, auch Ältere (wie ich) bleiben zunehmend den Turnieren fern. Woran liegt das? Ich kann da nur für mich sprechen. Neben der schon erwähnten Verknappung von Freizeit gibt es einen wesentlich Punkt. Spätestens mit Erfindung der Rangliste hat der Bumerangsport sich in Richtung Leistungssport entwickelt. Von da an blieben der Spaß und die Kommunikation bei Turnieren zunehmen auf der Strecke – Punkte für die Rangliste zu sammeln, stand bei vielen im Vordergrund. Auch die Vielfalt ging verloren, Disziplinen wie „Position“ und Style Outback“ sind in Vergessenheit geraten. Für mich persönlich war eine Veranstaltung in Schenkenhorst bei Berlin 2004 der Wendepunkt. Dort wurden an 2 Tagen 2 komplette Turniere durchgezogen (=doppelte Punkte für die Rangliste). Ich bin Sonntagabend völlig kaputt nach Haus gekommen und habe den Entschluss gefasst, künftig außer zu Ü40 zu keinem Turnier mehr zu fahren. Diese starke Leistungsorientierung hält aber nicht nur ältere Werfer wie mich von Turnieren fern sondern bildet m.E. auch ein Hemmschwelle für Neulinge, an einem Turnier teil zu nehmen.

Fazit: Nachwuchsförderung funktioniert nur durch den individuellen Einsatz erfahrener Werfer mit einem gewissen „Sendungsbewusstsein“. Die verlieren aber selbst das Interesse, weil für Sie Leistung und Ranglistenpunkte nicht so wichtig sind. Wer fährt schon gerne ein paar Hundert Kilometer um sich bei einem Turnier zu blamieren?

Was kann man tun?


    Mehr Turniere, bei denen der Spaß im Vordergrund steht und bei denen Interessierte die Möglichkeit haben, unter Anleitung zu werfen .

    Alte Disziplinen wieder aufleben lassen, den Sport wieder vielfältig machen.

    Kontakte zu Veranstaltern von Drachenfesten (wieder) aufnehmen und Bumerangvorführungen in das Programm aufnehmen lassen (da kann man auch gut Bumerangs verkaufen).

    Wir brauchen Leute, die die neuen Medien und sozialen Netzwerke mit Informationen füttern, so wie dies Wilhelm Bretfeld früher mit dem Fernsehen und der Presse gemacht hat.

    Wenn schon keine Zeitschrift regelmäßig erscheint, dann sollte der DBC wenigstens regelmäßig eine Infomail versenden.

    Regelmäßige lokale Treffen halte ich für die beste Werbemethode (Alex versucht das gerade in Berlin)

    Last but not least sollte man wirklich mal die Amis fragen, die haben ja offenbar kein Nachwuchsproblem.

_________________
Viele Grüße,
Gerhard
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Frank
Administrator


Anmeldungsdatum: 07.08.2005
Beiträge: 139
Wohnort: Halle/Saale

BeitragVerfasst am: 09.07.2010, 21:50    Titel: Zu Gerhardt... Antworten mit Zitat

Hallo Gerhard,
ich möchte nur mal auf einen ganz wesentlichen Punkt aufmerksam machen:

(mit dem, was Du für dich erfahren hast - o.k., da steckt viel allgemein Gültiges drin, die Ansprüche und Angebote für die jetzige junge Generation etc.)

Deine Ideen sind in der dritten Person formuliert, wo gegen Eckard z. B. konkrete Ansagen macht, was er beitragen würde. Es gibt Mitglieder, die schreiben mir persönliche Nachrichten, aber warten auch erst einmal ab, wie sich diese Disskusion hier entwickelt. Von den Vorstandsmitlgliedern und den weltbesten Werfern ist noch keine Reaktion erfolgt.

Wenn jeder nur abwartet, bis Andere die Ideen umsetzt die er selbst hat, können wir in ein paar Wochen sagen: Schön dass man mal drüber geredet hat.

Prinzipiell finde ich den Wettkampfsport nicht verkehrt. Sportlicher Ehrgeiz ist eine gesunde Angelegenheit und ist dafür da, dass man auch mal an seine körperlichen Grenzen geht. Ich selbst bin mit Sicherheit nicht sehr sportlich und werde ganz sicher nicht unter die Top 10 gelangen. Ich bin trotzdem stolz darauf, wenn ich mich jedes Jahr etwas verbessert habe.

Das sehe ich nämlich auch als ein Ergebnis unserer Leistungsgesellschaft: Wenn man nicht der Beste ist, ist man nichts. Ich nehme mir diesen Quatsch erst gar nicht an und gönne den Spaniern z. B. ihre Tore gern.

Wie schon mal erwähnt: Ich würde den Leistungssport und das Hobbywerfen klarer voneinander trennen und denke, dass man das bei gegenseitiger Achtung unter einem auch Club realisieren kann.
_________________
Viele Grüße aus Halle
Frank
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Peter Hansch
Balsaholz-Werfer


Anmeldungsdatum: 02.06.2006
Beiträge: 12
Wohnort: New Jersey

BeitragVerfasst am: 09.07.2010, 22:14    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo zusammen,

nachdem schon mehrfach erwähnt wurde, dass die Amerikaner „offenbar kein Nachwuchproblem haben“, möchte ich dazu gerne meinen Beobachtungen mit euch teilen.

Ich selbst habe auch in den 80er Jahren mit dem Bumerangwerfen angefangen und die von vielen beschriebene spannende Anfangszeit unseres Sports miterlebt, in der viel experimentiert wurde und es noch eine große Vielfalt an Bumerangarten und Formen gab. Nach einer etwas längeren Bumerangpause habe ich von ein paar Jahren wieder mit dem Werfen angefangen und, da ich mittlerweile in New Jersey lebe, die amerikanische Szene etwas besser kennen gelernt.

Interessanterweise sehen die Amerikaner es genauso, dass sie ein riesiges Nachwuchsproblem haben. Trotzdem es auch ein paar jüngere Werfer auf den Turnieren gibt, sieht man hier in den USA überwiegend Werfer, die schon seit 20+ Jahren dabei sind. Unter den starken Nachwuchswerfern sind m.E. nur zwei, die durch ihre Väter zum Bumerangsport gekommen sind, nämlich Adam Ruhf und Logan Broadbent. Fast alle anderen Nachwuchswerfer kommen, wenn ich es richtig sehe, aus der Seattle-Gegend, die inzwischen anstelle von Ohio die größte Hochburg der Top-Werfer in den USA geworden ist. Dort leben die Bower-Brüder, Stevie K., Betsylew & Will Gix, Billy Brazelton und andere. Meines Wissens treffen sich diese Spitzenwerfer regelmäßig zu festen Zeiten und trainieren gemeinsam. Über diese Treffen sind ein paar der amerikanischen Nachwuchswerfer dazu gestoßen und wurden entsprechend gefördert. Der neue MTA-Weltrekordhalter Nick „the kid“ Citoli kommt auch aus dieser Seattle-Gruppe.

Mit anderen Worten, die Handvoll amerikanischer Nachwuchswerfer kamen entweder über die Familientradition zum Bumerangwerfen oder hatten Kontakt zu einer Gruppe von Weltklasse-Werfern, die sich regelmäßig treffen und bereit waren, ihr Wissen weiterzugeben. Insofern könnte an der Idee durchaus etwas sein, durch lokale Werfertreffs neue Leute mit dem Bumerangvirus anzustecken, von denen ein paar vielleicht auf Wettkampfniveau kommen können.

Die Zeiten, in denen Leute einfach für sich alleine Bumerangs bauen und werfen und beim ersten Turnierbesuch vordere Plätze belegen sind ja schon lange vorbei. Man hat auf Wettkämpfen auch nicht wirklich die Gelegenheit, besonders tiefgreifend zu fachsimpeln oder sich von den Cracks etwas ausführlich erklären zu lassen. Wenn man keinen Kontakt zu Top-Werfern hat, mit denen man regelmäßig einfach so werfen gehen kann, dann ist die Lernkurve mittlerweile einfach zu steil, um sich das notwendige Spezialwissen selbst anzueignen.

Auf jeden Fall haben die Amis aus meiner Sicht auch keine Geheimlösung für ihren Bumerangnachwuchs, außer wie gesagt der kritischen Masse in Seattle. Alle anderen Werfer sind quer über die USA verteilt, und spontan fällt mir niemand ein, der durch sporadisches Werfengehen neue Wettkampfwerfer inspirieren konnte.

Soweit mein Input über den großen Teich.

Viele Grüße,

Peter
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Berliner Bär
Ranglisten-Ass


Anmeldungsdatum: 28.01.2004
Beiträge: 210
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: 10.07.2010, 06:45    Titel: Re: Zu Gerhardt... Antworten mit Zitat

Frank hat folgendes geschrieben:

Deine Ideen sind in der dritten Person formuliert, wo gegen Eckard z. B. konkrete Ansagen macht, was er beitragen würde.

Hallo Frank,
mit meiner langen Rede sollte klar geworden sein, dass es mir momentan an Freizeit mangelt. Nach 13 Jahren Bumerangwelt und zig in Berlin organisierten Turnieren steht es mir doch wohl zu, einfach nur ein paar (hoffentlich) kluge Ratschläge zu geben in der Hoffnung, dass die nächste Generation sie umsetzt.
_________________
Viele Grüße,
Gerhard
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Günter Möller
Aussie-Round-100-Werfer


Anmeldungsdatum: 27.01.2004
Beiträge: 441
Wohnort: Dormagen (Zons)

BeitragVerfasst am: 05.08.2010, 16:24    Titel: Re: Konkrete Ansagen! Antworten mit Zitat

Hallo zusammen!

Entschuldigt bitte meine Abwesenheit vom Forum. Aber es haben ja viele hier schon sehr Gutes und Wahres geschrieben und erkannt - man wird nicht jünger und hat Pflichten in Beruf, Haus und Familie. Auf mich trifft das auch zu. Auf viele anderen, die hier schweigen oder sich hinter den Kulissen (PM, eMail, Telefon, Brief etc.) austauschen sicher auch.

Ich bin bei allen guten Ideen und mehr-oder-weniger offenen Forderungen immer davon überzeugt gewesen, dass jede Arbeit im Ehrenamt immer von der Eigeninitiative und -überzeugung genährt wird. Man kann solche Arbeiten und Taten nicht einfordern. Das muss gegeben werden.

Und dazu war und ist im DBC immer Platz, Zeit und v.a. auch Geld gewesen.

Frank hat folgendes geschrieben:
An die Cracks: Axel, Günter, Frido, Alex, Michael, Oli, Horst und wer noch zu den weltbesten Werfern zählt: Wie findet Ihr den Vorschlag mit den Workshops bzw. Lehrgängen? Seht Ihr von eurer Seite überhaupt die Möglichkeit mal statt eures normalen Trainings potentiellen Nachwuchs zu unterstützen und anzuleiten?


Sicher. Habe ich schon oft gemacht und mache ich immer wieder gerne.

Frank hat folgendes geschrieben:
An den Vorstand: Gibt es Möglichkeiten der finanziellen und ideelen Unterstützung? Oder muss für die Umsetzung einer solchen Idee erst eine Mitgliedervollversammlung einberufen werden?


Ja, Geld ist da und wartet nur auf gute Ideen. Dazu ist keine JHV nötig. Für solche Ausgaben hält der Vorstand - und ich persönlich sowieso - gerne den Kopf hin.

Frank hat folgendes geschrieben:
An die DBCler: Wer würde sich an der Organisation solcher überregionaler Veranstaltungen mit beteiligen? Es müssen ja nicht nur die Kids am Workshop teilnehmen...


Gab es dazu schon Reaktionen?
_________________
Günter Möller
- im DBC seit 1984, Mitgliedsnummer 147 -
Deutscher Bumerang Club e.V.
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