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Verschiedenes >> Bumerangwerfen in der Leichtathletik



von Thomas Szartowicz

Vor kurzem habe ich meine 2. Staatsexamensarbeit für das Gymnasiallehramt hinter mich gebracht. Der Titel der Arbeit lautete: Bumerangwerfen in der Leichtathletik. Hier ein kurzer Auszug in dem Gründe genannt werden sollen, den Bumerangsport in die sogenannte "allgemeine Wurfschulung" der Leichtathletik zu integrieren.

Man kann sich fragen, was die Leichtathletik mit dem Bumerangwerfen zu tun hat. Wenn man es genau nimmt sehr viel, denn der Bumerangwurf entspricht bis auf wenige zusätzliche Merkmale dem sogenannten Geraden Wurf. Ist also eine "Zug / Schlagbewegung" genauso wie der Speer- oder Ballwurf, die in mehrere Phasen eingeteilt werden kann:

1. Auftaktphase
Zurücknehmen des Bumerangs, Gewichtsverlagerung auf den rechten Fuß.

2. Hauptphase
Aufsetzen des linken Fuß (beim Rechtshänder) / Stemmbewegung. Bedingt durch die Leichtigkeit des Wurfgeräts ist der Stemmschritt in der Regel nicht besonders ausgeprägt. Vorbringen der rechten Hüfthälfte Vorspannung der "Muskelschlinge" / Beschleunigung des Wurfgerätes "von unten nach oben" in der Reihenfolge: Hüfte / Oberkörper / Schulter / Ellenbogen / Hand Abknicken des Handgelenks, um optimale Rotation des Wurfgerätes zu erreichen.

3. Ausklang / Übergangsphase
Abfangen der Wurfbewegung Beobachtung des Bumerangfluges Vorbereitung des Fanges

4. Fang des Bumerangs
Der Bumerang wird flach zwischen beiden Handflächen eingeklemmt ("Fang einer Schallplatte"). Kurzzeitiges "Begleiten" des Bumerangs.

Diesen Bewegungsablauf kann man im Prinzip bei allen Werfern beobachten.

Wie wird Bumerangsport bisher an Schulen unterrichtet?

Dem Bumerangsport wird in Hessen momentan nur erlaubt die „Nischen“ -Wahlpflichtveranstaltungen, Projektwochen, Schnupperkurse u.ä.- des Schulunterrichts zu betreten. Vorbereitung und Durchführung beschränken sich meist auf den Bau eines Zweiflüglers.

Nach einer oder zwei Wochen ist die Unterrichtsreihe abgeschlossen und die Schüler haben Bumerangs gebaut und geworfen -mit viel Glück auch gefangen- aber der Kurs endet, bevor sie Bumerangwerfen als sportliche Disziplin einmal richtig kennenlernen konnten. Eine Verbesserung des Werfens, oder ein intensives Kennenlernen der unterschiedlichen Bumerangwettkämpfe findet in der Regel nicht statt.

Wie könnte man es anders machen?

Ein anderer, bisher aber noch nicht häufig praktizierter Ansatz ist, Bumerangsport in der Schule dauerhaft zu etablieren. Das ist in einigen Bundesländern kein Problem (siehe Beispiel Nordrhein-Westfalen) aber in Hessen scheiterte dies in der Oberstufe bisher an der Vorgabe des Kultusministeriums welches sagt: "Neben den ... beschriebenen Schulsportarten können Kurse in weiteren Sportarten nur dann angeboten werden, wenn vom Kultusministerium genehmigte sportartspezifische Kursbeschreibungen vorliegen"(Kursstrukturpläne Gymnasiale Oberstufe Sport Wiesbaden (1990).

Die Idee meiner Arbeit lag darin, den geraden Wurf durch das Bumerangwerfen selbst zu erlernen bzw. zu verbessern und somit in die „Grundschule des Werfens“ einzugliedern.

Dies gelingt meineserachtens problemlos und ist -auch in der Oberstufe- möglich, ohne darauf warten zu müssen, daß Lehrpläne geändert werden.

Wie wird der gerade Wurf „klassisch“ erlernt?

Die methodische Hinführung zum geraden Wurf bzw. zur leichtathletischen Disziplin Schlagballweitwurf oder Speerwurf wird in der Regel in verschiedene Bereiche aufgeteilt.

1. Die Grundschule des Werfens
Die Grundvoraussetzungen des Werfens sind Wurfgewandheit / -geschicklichkeit als koordinative Komponente und die Wurfkraft als eine Kombination aus Kraft und Schnelligkeit, ebenfalls eine sportmotorische Fähigkeit. Die Kräftigung besonders des Oberkörpers und der Arm- und Schultermuskulatur, sowie die Ausbildung azyklischer Aktionsschnelligkeit durch das schnelle Beschleunigen unterschiedlich schwerer Wurfgeräte dienen der Schulung der Wurfkraft. Die Übungen hierfür sind vielfältig und sollen hier nicht aufgezählt werden. Die Wurfgewandtheit wird durch das Sammeln von Wurferfahrungen unterschiedlicher Art geschult. Dies schließt Würfe mit wechselnder Intensität ein. Klassische Vermittlungswege sind:

  • Vorbereitende, wurfintensive Spiele, wie zum Beispiel Tigerball, Parteiball, Keulen abwerfen etc.
  • Werfen mit unterschiedlichen Wurfgeräten (Handball, Tennisball, etc.)
  • Zielwerfen
  • Ausprobieren unterschiedlicher Wurftechniken / Abwurf aus unterschiedlichen Stellungen. Bei all diesen Übungen steht der Abwurf im Mittelpunkt. Er stellt die Hauptbeschleunigungsphase des Wurfgerätes dar und ist damit das wesentliche Element des geraden Wurfes.

2. Erlernen spezieller Wurffertigkeiten
Der gerade Wurf wird in einzelne Bewegungssequenzen zergliedert und durch verschiedenen Übungsformen trainiert.

a) Die Übertragung des Körpergewichts vom vorderen auf den hinteren Fuß vor dem Abwurf sowie das Einnehmen einer günstigen Wurfauslage werden durch Hoch- und Zielwürfe eingeübt. Hierbei wird in der Regel bereits der Dreischrittrhythmus eingeführt.

b) Die Abwurfphase mit peitschenförmig vorgebrachtem und dem Wurfgerät nachschlagendem Wurfarm kann durch sogenannte Prell- oder Schockwürfe vermittelt werden. Der Anlauf spielt in dieser Phase eine noch untergeordnete Rolle.

3. Erlernen der leichtathletischen Disziplinen
Innerhalb des dritten Komplexes werden Grob- und Feinform zuerst des Schlagball- und dann des bewegungsverwandten Speerwurfs durchgeführt. Dies erfolgt meist in ganzheitlicher Form: vom Werfen aus dem Angehen über das Werfen im Dreier- bis zum Fünferrhythmus.

Wieso kann man durch Bumerangwerfen das Werfen an sich besonders gut lernen?

Bumerangwerfen läßt sich sehr gut in die oben beschriebene Grundschule des Werfens eingliedern und kann m. e. das „Werfen mit unterschiedlichen Wurfgeräten“ (s.o.) sogar ersetzen: Neben der Sammlung vielfältigster Wurferfahrungen werden die in der klassischen Variante angesprochenen Fähigkeiten: Wurfgewandheit, Wurfkraftund Wurfschnelligkeit- trainiert. Durch den hohen Aufforderungscharakter des Bumerangwerfens werden diese Trainingsziele vielleicht sogar noch leichter erreicht:

-Beim Bumerangwerfen können mehr Wurferfahrungen gesammelt werden. Hierdurch wird die Wurfgewandheit der Schüler ausgebildet. So erfordert Bumerangwerfen ein hohes Maß an Wurfpräzision, noch mehr als beim vergleichbaren Zielwurf mit einem Schlagball oder Speer, da eine noch größere Zahl an Parametern beachtet werden muß. Der Wurf des Bumerangs muß mit einem dosierten Krafteinsatz, in einem bestimmten, vom Werfer und Bumerangtyp abhängigen Horizont- und Neigungswinkel und in einer bestimmten Rotationsfrequenz erfolgen. Bumerangwerfen erfordert außerdem ein Höchstmaß an Konzentration, da die o. g. Abwurfparameter zusätzlich auf die Witterungsbedingungen (Wind) abgestimmt werden müssen. Dies beinhaltet einen hohen kognitiven Anteil. Außerdem erhält der Werfer immer eine direkte Rückmeldung darüber, ob er seinen Wurf technisch korrekt durchgeführt hat dadurch, daß der Bumerang zurückkommt oder nicht. Anders als beim Ball- oder Speerwurf kann dabei mangelnde Technik nicht durch Kraft kompensiert werden.

-Auch die Wurfschnelligkeit kann durch den Bumerangwurf trainiert werden, da es sich um ein relativ leichtes Wurfgerät handelt. Um Sicherheitsrisiken durch unkontrolliert abgeworfene Bumerangs zu minimieren, sollte diese konditionelle Fähigkeit jedoch nur trainiert werden, wenn der Wurf in Grundzügen bereits beherrscht wird.

-Bumerangwerfen hat einen viel höheren Aufforderungscharakter als schlichtes Ballwegwerfen, dies resultiert in einer höheren Bewegungsintensität als dies bei anderen Wurfformen beobachtet werden kann. (Schüler, die zum ersten Mal einen Air-Dancer in der Hand haben, werfen in der Regel so lange bis sie vom Lehrer/Übungsleiter gebremst werden müssen.) Zusätzlich zu den wurfbezogenen Komponenten werden Antizipations- und Reaktionsfähigkeit (beim Fang des Bumerangs) geschult, die in anderen Sportarten ebenfalls gebraucht werden.

Wer nähere Informationen erhalten möchte, mailt, oder schreibt mir:

Thomas Szartowicz
Lessingstraße 6
35633 Lahnau
Tel: 0 64 41 / 63 971
tomszarto@aol.com

Eine Frage noch:

Welche Bezieher des DBC-Infos sind eigentlich Lehrer oder Lehrerinnen?

Schreibt oder mailt an die obige Adresse. Ich habe vor , eine Liste aller DBC- Lehrer zu erstellen. die sobald wie möglich im Info veröffentlicht werden soll. Vielleicht kann man so mal einen Informationsaustausch über Bumerangwerfen in Schulen ankurbeln. Mich würde z. B. interessieren, wie Bumerangsport in anderen Bundesländern mit dem Lehrplan in Einklang gebracht werden kann und wie ihr Bumerangwerfen in eurer Schule etabliert habt.


 


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